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Selbstverteidigung Kampfsport, Kampfkunst, Erding, Rosenheim , Wing Tsun, Kung Fu, Kampf

17.6.2016 Bericht über den Lehrgang mit Sifu Dr. Almeria am 5.6.2016 in Erding

22.4.2016 Bericht Ebersberger Zeitung über WT- Lehrerin Kati

2.4.2016 Robert P. besteht die Prüfung zum 1. Lehrergrad

2.3.2106  Zeitungsbericht über den 2. Lehrergrad Andreas Frühwirth in der Süddeutschen Zeitung

6.2.2015 Katharina Strasser besteht als Erste im Landkreis die schwere Prüfung zum Ersten Lehrergrad

25.1.2016 Robert P. unterrichtet die Mitarbeiter des Flughafens München in Selbstverteidigung.

Die DVD´s über die Chi Sao Kampfanwendungen und Sektionen der Holzpuppenform sind fertig. Die Techniken werden von meinen Lehrern im nomalen Training geübt.

19.1.2016 Torsten besteht die Prüfung zum 2. Lehrergrad. Er trainiert mit Unterbrechungen seit 2003.

16.1.2016 Andreas Frühwirth besteht die Prüfung zum 2. Lehrergrad. Er trainiert seit Januar 2007 Wing Tsun.

15.1. 2016 Lehrgangstermine 2016 jetzt online

10.12.2015 Miguel Munoz besteht die Prüfung zum Ersten Lehrergrad.

9.12. 2015 Techniken mit Stock und Messer - Espada Y Daga werden als Teil von Kali Waffenkampf unterrichtet. 

5.10.2015  Leah Fraunhoffer besteht die schwere Prüfung zum Wing Tsun Lehrergrad. Leider zog sie für Ihr Studium nach Göttingen. 

11.10.2015 WT und Kyusho Jitsu funktioniert wirklich und ist nicht so schwer: K. O. Schläge meiner Schüler https://www.youtube.com/watch?v=RbFHzLeQU5w

5. Lehrgang mit Sifu Dr. Almeria am 11.10. 2015 erfolgreich - Bilder , Video, Text über den Lehrgang und über den Privatunterricht. 

2.9.2015 Clip von Sifu Erwin Kastl mit 18 Kyusho Jitsu K.O. Schlägen: https://www.youtube.com/watch?v=IWNr8R75WAM 

2.8.2015 Alexander Lemke besteht die Prüfung zum ersten Lehrergrad

18.6.2015 Inhaltsverzeichnis meiner bisher 77 Newsletter aktualisiert.

6.5. 2015 3. Schülergradprogramm Kali als Download. Das Video gibt es nur für meine Schüler über den link im 76. Newsletter. 

22.2.2015 Der vierte Lehrgang mit Sifu Dr. Almeria war wieder sehr ergiebig und lehrreich. Unser Kyusho Jitsu wird immer besser. Es wird eine neue DVD über die Revivals und die Kampfanwendungen geben. 

17.1.2015 Robert S c h w a b besteht die Prüfung zum ersten Lehrergrad

27.12.2014 Sifu Erwin Kastl besteht die Prüfung zum Ersten Dan Kyusho Jitsu

23.11.2014 Erwin Kastl nimmt an der zweiten Stufe der Ausbildung in der LNB Motion Heilgymnastik, dem B-Trainer teil. 

15.9.2014 Fabian Bräuer besteht die schwere Prüfung zum ersten Lehrergrad

0.8.2014 Johannes Kranzmair (link) besteht die schwere Prüfung zum ersten Lehrergrad

3.8.2014 Der erste Lehrergrad Emil (link) überzeugt französiche Kampfkunstexperten von der Wirksamkeit des Wing Tsun und Freistil

3.7.2014 Sifu Erwin Kastl ist stolz darauf, dass seine vielen langjährigen treuen Schüler nun so weit sind, auch sehr anspruchsvolle Techniken des Lehrergradprogrammes zu erlernen. Die vier waffenlosen Formen des Wing Tusn werden auch von normalen Schülern praktiziert, die Kampfanwendung dieser neuen Techniken ist doch etwas sehr Anspruchvolles, wodurch sich die kämpferische Bewegungsqualität deutlich verbessert. Die Dritte Sektion Biu Tze ist nun Teil des normalen Unterrichts in seinen Schulen. 

1.6.2014 Sifu Erwin Kastl erhält den zweiten Lehrergrad (Instructor Level 2) der Almeria International Martial Arts Association von Grossmeister Sifu Dr. Joaquim Almeria persönlich als Anerkennung für seine Arbeit und Leistung als Lehrer für realistische Selbstverteidigung. Sein Schüler Alexander Lemke erhält den Titel Assistenztrainer für Jeet Kune Do in einem direkten Stammbaum zu Bruce Lee, was eine Zeichen für die Offenheit von Sifu Erwin L. Kast für Crosstraining (Training verschiedener Kampfsportarten) ist. Seine Schüler erlernen ohne jede Beschränkung auf ein bestimmtes Kampfkunstsystem realistische Selbstverteidigung. Wing Tsun ist ein sehr gutes System für praxisorientierte Selbstverteidigung, aber auch andere Systeme enthalten gute Elemente, die Sifu Erwin Kastl in sein Wing / Tsun und Freistil integriert hat. Seine Schüler erlernen das Beste aus Wing Tsun, Kali, Kyusho Kitsu, Brazilian Jiu Jitsu, Kickboxen, Taekwon Do und gesunder Bewegung. Und Sifu Erwin L. Kastl ist kein selbsternannter Meister, er kann für seine Qualifikation in diesen Künsten Urkunden von international anerkannten Grossmeistern vorlegen. Dies klingt nicht besonders eindrucksvoll. Aber es gibt z. B. einen grossen Unterschied, von sich selbst zu behaupten, mann versteht etwas von Waffenkampf, oder dem Ersten Lehrergrad im Inosanto Kali. Nämlich ca. 400 Stunden Training und einem Experten, des bestätigt, dass man alles richtig macht.  

 

7.5.2014 Sifu Erwin Kastl besteht die Prüfung zum ersten Lehrergrad LNB Motion

Rüdiger Hirsch besteht die Prüfung zum ersten Lehergrad Wing Tsun

Torsten besteht die Prüfung zum ersten Lehrergrad Wing / Tsun 

DC-Messerabwehr Vereinfachung- Verbesserung

Dropping und Spinning Low Sweep Kick

Bodenübung Flamingo   

Stephan Bucher besteht die Prüfung zum ersten Lehrergrad Wing / Tsun

Christian Klein besteht die Prüfung zum ersten Lehrergrad Wing / Tsun

Ralf Müller besteht die Prüfung zum ersten Lehrergrad Wing / Tsun

Sifu Erwin Kastl ist ausgebildet als Bewegungslehrer in der LNB Gesundheitslehre. Sein Verständniss für Bewegung und deren gesundheitliche Auswirkungen hat dadurch einen Quantensprung gemacht. Durch dieses Wissen konnte er die im Unterricht praktizierte Heilgymnastik noch deutlich verbessern. Die positiven Effekte des Trainings auf die Gesundheit steigen.

Sifu Erwin Kastl besteht die Prüfung zum ersten Lehrergrad / Dan im Inosanto Blend Kali

Der bekannte Nahkampexperte Damian Ross hat nun auch endlich die Bedeutung von Nervendruckpunkten für die Selbstverteidigung erkannt und bietet zusammen mit dem Nervendruckpunktexperten Russel Stutely ein DVD Set an. Auf der DVD “Protect Your Neck” wird, wie bei uns, der Schredder, die DC-Messerabwehr, der Notblock aus dem 4. Schülergradprogramm und der Doppelschlag aus dem 1. Schülergradprogramm gezeigt. Langsam setzt sich das, was wir schon lange machen, auch bei anderen als gut und richtig durch. 

Bruce Lee´s five ways of attack 

Bauplan Wing Tsun Holzpuppe

Alex Schlesier besteht die Prüfung zum ersten Lehrergrad

Harald Maier besteht die Prüfung zum ersten Lehrergrad

Als allerletzte Verteidigungsmöglichkeit in extremen Notsituationen lernen wir auch, ein Messer im Rahmen der Gesetze zu benutzen

Sifu Erwin Kastl besteht die Prüfung zum Blue Belt Gracie Jiu Jitsu

Farbcode- Stufen der Wachsamkeit - Gefahrenradar

Andreas Frühwirth besteht die schwere Prüfung zum ersten Lehrergrad

Emil Nicolov besteht die schwere Prüfung zum ersten Lehrergrad

Frank Künzel besteht die schwere Prüfung zum ersten Lehrergrad

Brad Wilkinson besteht die schwere Prüfung zum ersten Lehrergrad

Martin Zauner besteht die schwere Prüfung zum ersten Lehrergrad, hier seine Bericht über 8 Jahre Erfahrung in und mit dem Training

Konzepte der Kampfkunst im Alltag einsetzen

Wing / Tsun bei Behörden?  21.12.2011

Christian Lehner besteht die schwere Prüfung zum 1. Lehrergrad

Hier finden Sie meine youtube videos

Daniel Fraunhoffer besteht die Prüfung zum 2. Lehrergrad, hier seine Vorführungen (Langstock) und seine schriftliche Arbeit, eine Befragung von Schülerinnen.

Als Überlebenstechnik Nummer 1 trainieren wir jetzt Fallschule.

Für Selbstverteidigung in extremen Stuationen trainieren wir Techniken mit dem Palmstick

 

Markus Frank besteht die Prüfung zum ersten Lehrergrad

Ab sofort praktizierten wir ausschlieslich die bessere DC-Messerabwehr, die bisherige Stab Methode wird nicht mehr geübt. Ebenso unterrichte ich Möglichkeiten gegen Bedrohung mit Messer. 

 


Nachdem nun mittlerweile mindestens 12 meiner aktuellen oder ehemaligen Schüler selbständig und unabhängig von mir unterrichten, ist es angebracht, den Namen meiner Schule in Akademie zu ändern, um darauf hinzuweisen, dass auch die Ausbildung von nachweislich erfolgreichen Kampfsportlehrern in dieser Akademie stattfindet.

 

 

Ulrich R a u c h aus Grafing besteht die Prüfung zum 2. Lehrergrad

Hier seine lesenswerte Arbeit. Ich musste die Arbeit kürzen, da sie weltanschaulich nicht neutral war.  http://www.scribd.com/share/upload/13056361/1apgqlnfykyhhk5mi738

 

 

 

Rak Franjo Franz, Rosenheim, besteht die Prüfung zum 1. Lehrergrad

Daniel Fraunhoffer, Taglaching, besteht die Prüfung zum 1. Lehrergrad

Jochen Kopetzky besteht die Prüfung zum 1. Lehrergrad

5 Strategien der Selbstverteidigung

9 Sicherheitstips

DVD Mehr Schlagkraft für Selbstverteidigung und Kampfsport

Adrian Bierl, aus Erding besteht die Prüfung zum ersten Lehrergrad

Wie kann man sicher sein, wirklich realistische Selbstverteidigung zu trainieren?

Sicherheit als Fussgänger Vermeidung und Vorbeugung Infotext

 

 

Sifu Erwin Kastl erhält den ersten Dan im Kyusho Jitsu 

Nach langer Vorbereitungszeit habe ich endlich bei Sifu Dr. Almeria die Prüfung zum ersten Dan im Kyusho Jitsu bestanden. Seit April 2011 unterrichte ich die Nervendruckpunkt K. O. Schläge aus dem Kyusho Jitsu, ich selbst trainiere diese seit etwa 2009. Mit meinem ersten Dan und dem, was ich dafür gelernt habe, ist unser Kyusho Jitsu jetzt auch auf wirklich hohem Niveau. Ihr könnt sicher sein, dass wir wirklich das Beste vom Besten machen. Und unser Grossmeister Sifu Dr. Joaquin Almeria gehört mit Sicherheit zu den weltweit Besten in diesem Bereich. Er ist 8. Dan und Schüler des Pioniers George Dillman. Als Arzt für Akkupunktur arbeitet er auch als solcher und weiss mehr über Nervendruckpunkte als viele andere, die sich in den Medien grossartig selbst als Meister darstellen.

Alex-Techniker

Alexander Lemke besteht die Prüfung zum ersten Lehrergrad.

Hier ist der link zu seiner schriftlichen Arbeit zum Wing Tsun

Bilder vom Almeria Lehrgang 10.2015

Gruppenfoto
Gruppenfoto Lehrer

Bericht über den 5. Wing Chun Tsun Lehrgang mit Sifu Dr. Almeria am 11.10.2015 in Poing bei München

Wing Chun Tsun bedeutet, Sifu Dr. Almeria ist ein hochqualifizierter Wing Chun Lehrer, der Kenntnisse in verschiedenen Wing Chun Stilen hat, aber die GM Leung Ting / GM K. R. Kernspecht Interpretation nur im Schülergradbereich kennt. Der Veranstalter Sifu Erwin L. Kastl ist Schüler von K. R. Kernspecht und macht weiches Wing Tsun und wird auch dabei bleiben. Dennoch kann man auch von anderen Interpretation des Wing Chun etwas lernen. Vor allem, wenn diese ohne jede Geheimniskrämerei weitergegeben werden. Praxisorientierte Selbstverteidigung ist an keinen Stil gebunden. 

Wer lieber Videos ansieht als Texte liest, findet hier den clip:  https://www.youtube.com/watch?v=K5P8kefFLGI

Das war jetzt der 5. Lehrgang, den die Kampfkunstschulen Kastl mit Großmeister Sifu Dr. Almeria veranstalteten.

Der nächste wird offen für alle Interessenten sein und Frühjahr 2016 wieder bei München stattfinden. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Als Einleitung forderte er alle Teilnehmer auf, nicht zu zögern, ihre Fragen zu stellen. Für ihn gibt es keine dummen Fragen. Oft haben andere dieselben Fragen, aber trauen sich auch nicht, diese zu stellen. Er sprach auch darüber, was er unter einem Sifu oder Kampfsportlehrer versteht. 

Hier ist der clip dazu: https://www.youtube.com/watch?v=DuA9kbTklgI 

 Erstes Thema waren die Kampfanwendungen der Siu Nim Tau Form. Er zeigte zuerst die klassische Begrüßung aus dem Festland Kung Fu, die auch Bruce Lee bei seinem Unterricht als Begrüßung (Salutation) benutzte.

Hier sind bereits einige interessante Kampfanwendungen verborgen. Eine Handbefreiung, ein Kipphandhebel, ein Tritt, Schläge, ein Halsbrecher und eine Würgetechnik. Sowohl der gekreuzte Tan als auch der tiefe Gaan sind Angriffe auf Nervendruckpunkte. Sie können mit beiden Händen gleichzeitig oder auch nur mit einer Hand gemacht werden. Grundsätzlich ist jede Bewegung, die mit beiden Armen gleichzeitig gemacht wird, nur ein Hinweis darauf, dass man diese Bewegung mit beiden Armen machen kann. Und das muss eben nicht gleichzeitig sein. Der Gekreuzte Tan steht für ein Gunting, eine Abwehr mit einem gleichzeitigen Schlag auf einen Nervendruckpunkt am Arm. Und so ging es weiter. Wirklich jede Bewegung der Form kann auch als Angriff verstanden werden. Leider kamen wir nur bis zur Mitte des vierten Satzes.

Auf Nachfrage erklärte er auch die spirituelle Bedeutung des traditionellen Grußes.

Hier ist der clip dazu:  https://www.youtube.com/watch?v=Mj3tNpVNjT0

Es gibt ja verschiedene Interpretationen der Wing Tsun Formen. Manche sagen, das ist einfach eine grundsätzliche Bewegungslehre, die die Kampfbewegungen des Wing Tsun teilweise in etwas abstrakter Form enthält. Man lernt die Zentrallinie kennen, gewöhnt sich an den tiefen Ellbogen und so weiter.

Im Kung Fu haben es die Lehrer aber auch so eingerichtet, daß sie immer besser blieben als ihre Schüler und nur ihrem Nachfolger die letzten Geheimnisse und Feinheiten ihrer Kunst weitergaben. Und manchmal starben sie, bevor sie das machen konnten. Und es gibt im Stammbaum des Wing Tsun Lehrer mit medizinischen Kenntnissen. Und Akupunktur, das Wissen um die empfindlichen Stellen des menschlichen Körpers, gehört zur chinesischen Medizin. Da liegt es doch nahe, wenn man denn schon zuschlägt, dann auf die besonders empfindlichen Stellen zu schlagen. Und diese Feinheiten behielt der Meister für sich.    

Klar ist, dass die Erfinder der Formen harte und erfahrene Kämpfer waren, die genau wussten, dass sich ein Kampf nicht mit Abwehren allein gewinnen lässt. Und damals ging es auch darum, möglichst schnell eine effektive Selbstverteidigung zu erlernen. Dinge wie Meditation in Bewegung, Selbsterfahrung, Propriozeption, den eigenen Körper wahrnehmen und so weiter wurden eher hinten angestellt. Der eigene Angriff ist eher der sichere Weg zum Sieg im Kampf. Er zeigte auch den Tan Sao Hit, einen zuverlässigen K. O. Schlag.

Dann kamen wir schon zu den Beintechniken. Die 8 Kicks des Wing Chun oder auch Tsun haben wir auf dem letzten Lehrgang ausführlich gelernt. Jetzt kamen die 8 Beinprinzipien dran. Die Beinprinzipien können als Tritte und Würfe, als Abwehren oder Angriffe interpretiert werden. Dann gibt es noch 12 blockierende Beine. Nach der Aussage von Sifu Dr. Almeria gibt es diese Einteilung der Beintechniken in praktisch allen Hongkong Wing Chun Systemen, wenn auch oft mit unterschiedlichen Namen oder etwas anders organisiert. Er hat 7 verschiedene Wing Chun Systeme erlernt, davon 2 bis 3 bis zum Level eines Master instructors. Über seine anderen Graduierungen und Titel gibt es bald ein Interview auf youtube. Vorab. Er hat in 16 verschiedenen Kampfsportarten den schwarzen Gürtel oder eine Ausbilderlizenz. In fünf davon ist er Master Instruktor, vergleichbar einem 5. Dan oder Lehrergrad. 

Er zeigte auch den ersten Teil von Bruce Lee´s Kicking Form, die eine Kombination von Tritten und Schrittarbeit ist. Nichts besonderes , aber doch so gut, dass sie in das normale Unterrichtsprogramm aufgenommen wird. 

Interessant ist vielleicht, was er mir außerhalb des Lehrgangs erklärt hat. Die verschiedenen Wing Chun Stile sind teilweise alle voneinander unterschiedlich. Manche Wing Tsun Praktizierende, in welcher Schreibweise auch immer, wissen, dass sich die Leung Ting Linie sich von den anderen Interpretationen deutlich unterscheidet, aber andere Interpretationen der Lehre von Großmeister Yip Man sind auch total unterschiedlich voneinander.

Dann erklärte er, warum Wing Tsun eine sehr gute Grundlage für die Kyusho Jitsu K.O. Schläge ist. Er nannte das die Trichter Theorie. Ohne Kontakt gibt es unendlich viele Möglichkeiten, wie wir angegriffen werden können. Durch unsere Verteidigung oder auch einen Angriff treffen wir den Angreifer oder stellen Kontakt mit seinen Armen her. Bridging the Gap. Es gibt nur vier Möglichkeiten, wie wir Kontakt mit den Armen des Gegners herstellen. Es gibt gleichseitig und diagonal, innen oder aussen. Durch unser intensives Chi Sao Training wissen wir dann quasi automatisch, wie wir weitermachen und auch, wo der Körper, der Kopf und der Hals des Angreifer sind. Fortsetzungen wie Bong Lap Fak, Pak Fak oder Pak Da sind für den Wing Tsun Kämpfer dann etwas grobmotorisches, was auch unter Adrenalineinfluss noch funktioniert. Andere Kampfsportler ohne Chi Sao müssen ihre Ziele rein optisch anvisieren und treffen.

Hier ist der Clip dazu: https://www.youtube.com/watch?v=YbOGvCvLM4A 

Das vorletzte Thema waren Kyusho Jitsu K.O. Schläge meiner Schüler aus einem Wing Tsun typischen Einstieg. Damit ist gemeint, dass der andere uns mit einem Schlag angreift, wie es eben in der Selbstverteidigung vorkommt. Gleichzeitig mit einer Wing Tsun typischen, weichen, vorbeileitenden Verteidigung, meist Bong oder Tan, erfolgt ein Gegenangriff auf spezielle Körperpunkte. Sicherheitshalber setzt man immer noch ein paar Schläge nach. In dem Konzept, das Sifu Erwin Kastl als erste Verteidigung gegen Faustangriffe unterrichtet, wird die Trichtertheorie noch reduziert auf Bong oder Tan und die dementsprechenden Fortsetzungen. Möglich wurde dies unter anderem durch die Hinzufügung der Bella Lugusi Technik aus dem Silat. 

Etliche meiner Schüler waren so erfolgreich, dass bereits der erste Treffer zum Niederschlag führte. Die revivals, die unverzichtbare erste Hilfe danach, wurden noch von Sifu Dr. Almeria durchgeführt. Für den, der das nicht weiß. Dr. Almeria ist 8. Dan im Kyusho Jitsu und Arzt für Akupunktur und Kräuterheilkunde. Alle Opfer erholten sich schnell und konnten sich dann beim Täter revanchieren. Die Vereinbarung war, dass man sich paarweise gegenseitig K.O. schlägt.

Das war ein sehr schöner Erfolg. Und es zeigt, dass jeder mit der geeigneten und qualifizierten Anleitung lernen kann, einen Angreifer verletzungsfrei K.O. zu schlagen. Stufe 1 ist es, zu sehen, dass Dr. Almeria seine Freiwilligen verletzungsfrei K.O. schlägt. Stufe 2 ist, dass der persönliche Lehrer vor Ort das kann. Stufe 3 und das Ziel ist es, dass jeder Schüler das kann.

Hier ist der clip dazu: https://www.youtube.com/watch?v=RbFHzLeQU5w 

Das letzte Thema waren Fragen. Es durften alle Fragen gestellt werden und alle wurden zur vollsten Zufriedenheit beantwortet.

Der Lehrgang war wie jedes Mal ein voller Erfolg. Es wird etwas dauern, die gezeigten Anwendungen und Verbesserungen in den normalen Unterricht zu integrieren. In den Kampfkunstschulen Kastl glaubt man an den KVP, an den kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Und durch die Anleitung und Hilfe von Sifu Dr. Almeria

und sein Kyusho Jitsu wurde es möglich, sich ohne eine schwere Verletzung des Angreifers mit Wing Tsun und Schlagtechniken aus dem Wing Tsun zu verteidigen. Meist kann der Kampf sogar ganz ohne eine Verletzung des Angreifers gewonnen werden. 

In zivilisierten Ländern gibt es immer zwei Kämpfe. Den mit dem Angreifer und den vor Gericht, wo man zu beweisen hat, dass die eigene Tat durch Notwehr geboten war. Und die Tat ist eine Verletzung des Angreifers, die nur in Notwehr gerechtfertigt ist. Ohne eine Verletzung des Angreifers gibt es keine Tat und daher auch kein Gerichtsverfahren und kein Problem.

Der Lehrer von Erwin Kastl, GM Sifu K. R. Kernspecht war der erste, der ihn überhaupt auf die Thematik und den Begriff notwehrgerechte Selbstverteidigung aufmerksam gemacht hat. Ein Teil davon ist das Verhalten vor dem Kampf, das eventuellen späteren Zeugen den eigenen Verteidigungswillen deutlich machen soll. Hier schlug Sifu Kernspecht eine geniale Standardformulierung vor, die in allen Situationen passt. Ein anderer Teil ist der Kampf, der möglichst verletzungsfrei sein sollte. Der dritte Teil ist das Verhalten nach dem Kampf. Eine ideale Selbstverteidigung sollte in allen drei Teilen gute Lösungen bieten.  

 

 

 

Kurzer Bericht zum Privatunterricht mit Sifu Dr. Almeria.  Von Sifu Erwin L. Kastl.

Schon Wochen vorher habe ich begonnen, Fragen zu sammeln, um die Zeit maximal auszunutzen. Sifu Dr. Almeria ist ein wandelndes Kampfsportlexikon. Er ist Schwarzgurt oder Instruktor in 16 verschiedenen Kampfsportarten. In 5 davon ist er sogar Master Instruktor, vergleichbar einem 5. Dan. Und er weiß auch die Sachen, die nicht auf DVD oder im Internet zu finden sind. In den Kampfkünsten gibt es immer noch viele Geheimnisse. Im Regelfall wollen die meisten Lehrer besser sein als ihre Schüler und das auch bleiben. Deshalb werden viele Techniken und Konzepte erst spät oder nur an wenige, besonders treue und verschwiegene Schüler unterrichtet.

Sifu Dr. Almeria ist da glücklicherweise anders. Ich muss nur die richtigen Fragen stellen.

Und bisher ist mir das immer gelungen. Auch diesmal war der Unterricht sehr wertvoll und erkenntnisreich. Und ich werde alles mit meinen Schülern teilen.

Zuerst habe ich zusammen mit einem meiner Lehrer am Inchpunch gearbeitet. Ich demonstrierte meinen Schlag und auch meine Erklärungen dazu. Er verbesserte noch ein paar kleine Details. Wer ungefähr so hart wie ich schlägt, bewegt sich damit in der absoluten Oberliga. Was noch besser werden kann, ist die Kontrolle der Schlagtiefe. Er zeigte auch eine einfache Übung zur Verbesserung der Körperstruktur.

Dann bin ich noch einmal die Revivals mit ihm durchgegangen. Er hat einiges noch besser erklärt:

Pain Revival: nach schmerzhaftem Schlag gegen den Uhrzeigersinn. Die Nervendruckpunkte sind etwas größer als eine 50 Cent Münze, am Rande dieses Bereiches soll auch die Massage stattfinden. Nur an den Beinen großflächiger.

Neurological Shutdown revival. Der Schlag auf den spinal assasory nerve wird immer zuerst gemacht. Die Massage am Bladdermeridian findet links und rechts statt. Viermal die Massage bis auf Höhe des Schulterblattes, dann einmal über den Kopf im Uhrzeigersinn, dann kurz GB 20 massieren. Das Ganze dann mehrfach, immer ein vielfaches von 3. Rest wie immer. 

Dann bin ich noch einmal unsere Verteidigungen aus dem Zaun mit ihm durchgegangen. Das ist einfach das allerwichtigste, und das soll so gut wie nur irgendwie möglich sein. Alles hat gepasst, nur bei Schwinger rechts kann man nach dem Noybong statt dem Slap oder Rechen mit Bruce Lee´s Biu Tze Hand einen K.O. auf TW 23 machen. 

Dann habe ich noch gefragt, ob etwas fehlt. Für waffenlose Selbstverteidigung sind wir komplett. Aber mit Waffen werden auch die Angriffswinkel 2, 5 und 8 aus dem Inosanto Numbering System gemacht. Das sind Rückhand beidseitig, Angriff zum Bauch und Schädelspalter horizontal von oben. Deshalb macht es Sinn, das auch schon ins waffenlose einzubauen, als Vorbereitung für die Waffenabwehr.

Wir haben zwar eine sehr gute, spezielle Messerabwehr mit der Dogcatcher Messerabwehr. Aber es fehlt den meisten Schülern die Zeit, das intensiv zu trainieren. Und grundsätzlich kann man einen Waffenangriff auch sehr ähnlich oder gleich wie einen waffenlosen behandeln. Es ist besser, eine akzeptable und funktionierende Methode gut zu beherrschen als eine bessere Methode nur schlecht. Und durch unsere Treffer auf die Nervendruckpunkte ist bereits nach dem ersten Schlag von uns der Angreifer zumindest so eingeschränkt handlungsfähig, dass kaum noch eine weitere Gefahr besteht.

Grundsätzlich muss ich zu unserem Unterrichtsprogramm folgendes bemerken. Seit meinen Austritt aus der EWTO wurde es immer besser, aber auch umfangreicher. Niemand kann aber deshalb schneller oder mehr lernen, nur weil es mehr Stoff gibt. Das hat schon beim G 12 nicht geklappt, und das geht auch nicht bei uns. Deshalb werde ich zwar nichts kürzen, aber für die Schülergradprüfungen werden nur noch die wichtigsten Teile des jeweiligen Programms geprüft. Einige andere Verbesserungen werde ich zuerst nur an die fortgeschrittenen Schüler und die Lehrer weitergeben. Auf den DVD´s und auf den schriftlichen Programmen wird aber alles erwähnt und gezeigt, so dass nichts verloren geht. Es gibt auch keine Geheimnisse, jeder kann alles lernen, was er will.

Zur Aufrichtung des Standes in der SNT und überhaupt hat er meine Meinung bestätigt. Es ist grundsätzlich immer richtig, die Gesäßmuskeln anzuspannen und das Becken bewusst mehr aufzurichten. Das soll aber nicht verkrampft sein, sondern nur ein gewisser Tonus.   

Dann bin ich noch meine Technik der späten Kniestoßabwehr mit ihm durchgegangen, wir werden erst Doppellan oder Schere und dann erst rausgehen machen.

 

Zum Thema Verteidigung gegen den double leg oder single leg takedown hat er mir sehr gute, aber etwas komplizierte Techniken aus den original Bruce Lee Unterrichtsprogramm gezeigt. Auch mit mehreren Varianten, früh und spät. Das muss ich erst selbst lernen und werde es dann unterrichten. 

Nächstes Thema waren ein paar Fragen zu Details der Holzpuppenform, die sehr schlüssig und anwendungsbezogen beantwortet wurden. Hier ganz kurz aufgezählt: 

Satz 6 Po Pai unten liegend.

Po Pai ist ein K.O. Schlag aus dem Kyusho.

Satz 7 Kreuzschritt ist Tritt (in der Anwendung Bong Tritt für Gleichgewichtbrechen), statt Tan in der Anwendung auch greifen, erst Tritt dann Handflächenstoss.

Tan- und Bong-Tritt mit Kreisbewegung nach außen um Bein einknicken zu lassen, oder als Brecher.

HP Satz 8 Tiefer Bong Bewegungsgefühl wie Kwan. Zug und Tritt ist Tritt auf diagonales Bein. 

Dann habe ich gefragt, ob es eine Regel für die Kombination von Hand und Beintechniken gibt. Man kann ja beliebige Kombinationen machen. Z.B. Tritt, zwei Handtechniken, lösen und wieder Tritt, oder Kniestoß. Die Zahlen und die Reihenfolge sind beliebig. Es gibt keine Regel. Er unterrichtet für Selbstverteidigung 5 Schläge und 2 Tritte oder Kniestöße, Takedown, Stay down. Eigentlich schlagen wir solange mit der Hand, bis der andere umfällt. Als Variante und kunstvoller ist dieses Muster aber sehr gut geeignet.

Auch interessant war die Frage, ob es eine Regel für die Fortsetzung nach Abwehr oder Angriff gibt. Es gibt ja Trapping, Zick Zack, Umgehen. Und in der Abwehr Konter mit der anderen Hand oder mit der gleichen Hand nach dem Punkt ohne Wiederkehr. Die Antwort war: Es gibt keine Regel, Zick Zack ist eher ein fortgeschrittener Konzept, und zwei Arme an einem von außen ist auch gut. Trapping both Arms ist am besten, das ist dann wie unsere Fesselungen aus dem Lehrergradprogramm.

Eine weitere Frage war, warum es im Kali und JKD keine Hebelabwehr gibt. Doch, die gibt es aber erst in höheren Programmen. Ich habe erklärt, dass wir im WT immer Angriff und die dazugehörige Abwehr unterrichten. Das fand er auch ganz gut und sinnvoll. 

Dann noch zum Thema Augenstich oder Tiefschlag bei gefährlichem Gegner. Ja, aber es gibt einen natürlichen Schutzreflex für diese Ziele. Ein Angriff auf die Beine oder das Knie ist noch besser, da es hier keinen Schutzreflex gibt.

Zum Thema Espada Y Daga teilt er meine Meinung, dass das bei unseren Gesetzen die beste Waffenkombination ist. 

Im Interview zu seinen Kampfkunsterfahrungen, zählte er seine Graduierungen auf. Er hat schwarze Gürtel oder Ausbilderlizenzen in folgenden 16 Kampfkünsten: Judo, Taekwon-Do, Kickboxen und Muay Thai (= Thaiboxen), Savate (französisches Kickboxen), Tai Chi, Wing Chun, Karate, Aikido, Jiu Jitsu, Jeet Kune Do, Kali, Shoot Fighting, Okinawa Kempo Karate, Kyusho Jitsu, Brazilian Jiu Jitsu.

In fünf davon im Tai Chi, Wing Chun, Jeet Kune Do, Kali und Kyusho Jitsu ist er Master Instruktor, vergleichbar einem 5. Dan.Im Kyusho Jitsu ist er 8. Dan unter Grossmeister George Dillman. 

Es hat intensive Wettkampferfahrung, war unter anderem Europameister Taekwon-Do, spanischer Champion im Muay Thai, japanischer Champion im Seshin Kai Vollkontakt Karate. Er war unter anderem Ausbilder für die U.S. Armee und Ausbilder bei der spanischen Polizei. Einer seiner bekanntesten Schüler ist der MMA Champion Frank Mir.  

Leah Fraunhoffer besteht die schwere Prüfung zum Wing Tsun Lehrergrad

Lehrergrad-Frau-Leah

Mein Weg mit Wing Tsun

Inzwischen trainiere ich seit fast sechs Jahren Wing Tsun und Freistil bei unserem Sifu Erwin L. Kastl und auch wenn ich bisher das Glück hatte, mich noch nie ernsthaft gegen einen Angreifer verteidigen zu müssen, spüre ich deutlich, wie unser Wing Tsun und Freistil mein tägliches Denken und Verhalten beeinflusst hat und es stetig tut. Es ist etwas, das mich überallhin begleitet und das ich nicht missen möchte.

Ein Typ sitzt mir in der S-Bahn gegenüber. Schaut mich komisch an. Fängt an, mich anzureden. Er ist betrunken und irgendwie ist die ganze Situation merkwürdig. Mein Herz schlägt schneller, ich werde nervös. Soll ich mich wegsetzen? Würde er mir nachgehen? Ich beruhige mich, als ich mich erinnere: Im Ernstfall kann ich etwas tun.

Er wirkt nicht wirklich gefährlich. Ich bleibe sitzen. Er tut nichts, redet nur immer noch blöd und versucht, mich in ein Gespräch zu verwickeln. Er steigt irgendwann aus, ich fahre weiter.

Auch wenn es vielleicht vernünftiger gewesen wäre, sich beim ersten Anzeichen von Unbehagen wegzusetzen, hat es sich irgendwie gut angefühlt, es nicht zu tun. Keine Angst zu haben.

Genauso fühlt es sich sehr befreiend an, wenn ich beim letzten Stück Heimweg bei dunkler Straße nicht denke: „Hilfe, was war das? Ist da wer?“, sondern stattdessen den Weg wachsam, nicht furchtsam beobachte und im Hinterkopf immer weiß: Falls etwas passiert, kann ich mich wehren.

Bei meinen letzten beiden Reisen bin ich oft per hitch-hiking – Trampen – durchs Land gestreift. Man kann auf diese Art an Orte gelangen, an die man sonst nicht hingekommen wäre, nette Leute kennenlernen, mit Einheimischen in Kontakt kommen und viel Geld sparen. Wenn man nicht gerade seit über einer Stunde mit ausgestrecktem Daumen an einem Fleck festhängt, weil sich niemand erbarmt, einen mitzunehmen, oder man an einem einsamen Stück Straße angekommen ist, kann es vor allem sehr viel Spaß machen. Natürlich ist es auch nicht ganz ungefährlich. Ich bin in relativ sicheren Ländern unterwegs gewesen, dennoch birgt das Trampen immer und überall gewisse Risiken. Vor allem allein und als Frau. Würde ich nicht Wing Tsun, also Selbstverteidigung trainieren, hätte ich mich niemals getraut, es auszuprobieren. Ich will keineswegs behaupten, dass ich jedem Angreifer gewachsen gewesen wäre, trotzdem legt einem schon die Gewissheit, sich zumindest theoretisch verteidigen zu können, eine brauchbare Waffe und damit Selbstbewusstsein in die Hand.

Wenn ich als Kind Angst hatte, redete ich mir manchmal ein, zaubern zu können und damit stärker als ein möglicher Feind zu sein. Jetzt bin ich wirklich stärker. Nicht unbedingt im physischen Sinn, sondern durch die Techniken, die ich gelernt habe. Ich muss mir nichts mehr einreden, denn ich weiß, dass ich im Notfall nicht wehrlos bin. Da es sich bei der Angst außerdem um eine gesteigerte Leistungsfähigkeit handelt, weil der ganze Körper auf „Flüchten“ beziehungsweise „Kämpfen“ gestellt wird, kann man zusammen mit dieser Erkenntnis und der Anwendung seiner erlernten Verteidigung sehr wehrhaft sein.

Schon das allererste Training an Sifu Erwin L. Kastls Kampfkunstakademie hat mich begeistert. Jeder trainiert mit jedem und jeder lernt mit jedem und von jedem. Man erlernt zuerst die Grundlagen des Kampfes und einfache Abwehrmethoden für die vermutlich geläufigsten Angriffsarten und benötigt dafür keinerlei Vorkenntnisse oder besondere Kondition. Wing Tsun, das der Legende nach vor über dreihundert Jahren von einer chinesischen Frau entwickelt wurde, ist speziell darauf ausgelegt, als Verteidiger dem Angreifer körperlich unterlegen zu sein, wodurch die Techniken des Wing Tsuns an Bedeutung gewinnen und die physische Stärke an Bedeutung verliert. Somit ist Wing Tsun für Menschen jeglicher Altersstufen geeignet und unabhängig von der Statur oder gar manchen körperlichen Behinderungen.

Der beste Kampf ist vermutlich gar kein Kampf. Durch verschiedene Strategien der Selbstverteidigung kann man das Ausbrechen eines solchen verhindern. Dabei geht es zuerst darum, überhaupt das Zustandekommen einer gefährlichen Situation zu vermeiden, wie beispielsweise durch das Wechseln der Straßenseite oder das Nachgeben in einem Streitgespräch. Als zweite Strategie gilt das Flüchten, um auf diese Art einem Kampf zu entgehen und unversehrt zu bleiben. Ist dies nicht möglich, kann man versuchen, die Situation verbal zu deeskalieren: mit dem Gegenüber zu sprechen und sich zu bemühen, ihn zu beschwichtigen, wobei man auch laut werden kann, um eventuellen Umstehenden klarzumachen, dass man selbst derjenige ist, der eigentlich keinen Kampf möchte. Eine weitere Möglichkeit der Deeskalation stellt ein extrem selbstbewusstes und überzeugendes Auftreten dar, um den Angreifer einzuschüchtern und ihn so von seinen Absichten abzubringen. Erst in der letzten, der fünften Strategie der Selbstverteidigung kommt es zu einem tatsächlichen Kampf. Dieser ist jedoch die Schlüsselfunktion, denn je sicherer man sich in seinen diesbezogenen Fähigkeiten fühlt, desto ruhiger kann man zuvor die Anwendung einer der anderen Strategien abwägen. Deshalb ist es in der Selbstverteidigung besonders wichtig, den Kampf zu trainieren.

Unter Vollkontakt schlagen, treten und hebeln wir so und dorthin, wo es in der jeweiligen Situation am sichersten und wirkungsvollsten ist und setzen dabei unseren gesamten Körper ein. Dadurch können wir uns in eine dem Ernstfall ähnliche Situation versetzen, was uns beibringt, uns auch wirklich verteidigen zu können. Um wirklich effektive und realistische Selbstverteidigung zu erlernen, behindern uns beim Training keine Regeln, was die Art der Verteidigung betrifft – ausgenommen natürlich die wichtigste: den Trainingspartner dabei nicht zu verletzen, weshalb manche Ausführung der Verteidigung, wie beispielsweise das Beißen, verständlicherweise nur angetäuscht werden kann. Allerdings bietet uns bestimmte Schutzausrüstung die Gelegenheit, relativ realitätsnah zu üben. Da wir Freistil trainieren, wird zudem nicht an einer Technik stur festgehalten, wenn sich vielleicht in einer bestimmten Situation einmal eine Variante findet, die sich als effektiver erweist.

Mit fortschreitendem Training eignen wir uns immer spezifischere Techniken an und ziehen immer mehr Angriffs- sowie Verteidigungsmöglichkeiten in Betracht, wodurch die Übungen komplexer, das Ergebnis aber auch spürbarer und sichtbarer wird: Wir lernen, auf die kleinsten Bewegungen eines Angreifers einzugehen und schnell zu reagieren, wodurch es einem potentiellen Gegner stets schwieriger fällt, den metaphorischen Zaun, mit dem wir uns umgeben, einzureißen und an unseren Körper zu gelangen, um ihm Schaden zuzufügen. Wir werden selbst beweglicher und unsere Techniken fließender. Durch das Üben von Nervendruckpunkt-KO-Schlägen, also dem zielgenauen Schlagen auf bestimmte Punkte am Körper des anderen, können wir eine Konfrontation beenden, ohne dass der Angreifer sichtbare oder lang anhaltende Verletzungen erhält. Zudem erlernen wir auch sogenannte „sanfte Mittel“, also Methoden, die es uns ermöglichen, einen Gegner unter unsere Kontrolle zu bringen, ohne ihn zu verwunden, was in verschiedenen Bereichen des Lebens eine äußerst wichtige Ergänzung zur sonstigen Selbstverteidigung darstellt.

Da trotz unterschiedlicher Schüler- beziehungsweise Lehrergrade jeder mit jedem üben kann, stehen uns viele verschiedene Partner zur Verfügung, was das Training meiner Meinung nach sehr interessant macht, weil jeder Mensch anders auf bestimmte Bewegungen und Techniken reagiert. Auf diese Weise lernen wir die Abwehrmechanismen an sich und gewöhnen uns nicht an eine Art von Angriff beziehungsweise Verteidigung.

 

Es geht in unserem Training allerdings nicht nur um reine Selbstverteidigung, sondern auch um das gemeinsame Wachsen an den Techniken. Wir alle stärken uns gegenseitig in unserer Kampfkunst, weil wir aufgrund fehlender Wettkämpfe miteinander, nicht gegeneinander trainieren und uns auf diese Art stetig verbessern. Abgesehen davon entwickeln wir unsere eigene Beweglichkeit und Gesundheit weiter, was wir unter anderem durch die Paki-Gymnastik, aber auch durch das Üben von Fallschule erreichen. Beides ist ein guter Zusatz zur Selbstverteidigung, kann einen allerdings auch bis weit hinein ins alltägliche Leben beeinflussen, wie zum Beispiel bei verschiedenen sportlichen Aktivitäten, oder zu einem möglicherweise glimpflicheren Ausgang eines Unfalls führen.

Wing Tsun zu trainieren, macht einen weder unverletzlich noch unbesiegbar, aber es gibt zumindest mir ein Stück Sicherheit. Und damit Freiheiten.

Die Welt ist garantiert kein einzig sicherer Ort und das wird sich in Zukunft bestimmt auch nicht bessern. Man kann sich auf verschiedene Weisen darauf vorbereiten, wenn man es möchte. Kampfkunst zu erlernen, mag nicht für jeden die richtige Lösung sein. Für mich war und ist es zumindest ein entscheidender Teil davon und ich danke hiermit meinem Sifu Erwin L. Kastl, dass er sie mir lehrt, und meinen Trainingspartnern, ohne die ich nicht so weit hätte kommen können.

Quelle der fünf Strategien der Selbstverteidigung: Sifu Erwin L. Kastls Vorträge während des Trainings und seine Homepage                         Leah Fraunhoffer, Oktober 2015

 

Miguel Munoz-Bauer besteht die schwere Prüfung zum Ersten Lehrergrad

Miguel Munoz

Schriftliche Arbeit zum Ersten Techniker Grad

Miguel Muñoz-Bauer     Mai 2014

 

Kaizen! Veränderung zum Besseren.

 

Diesen Begriff, den ich im Rahmen meines Trainings bei Sifu Erwin Kastl gehört habe, habe ich seither fest in mein Leben verankert.

Desweiteren beschreibt er sehr treffend den Anspruch unseres Trainings.

Als Verbandsfreie Akademie für Kampfkünste unterliegen wir keinen Beschränkungen. Dabei gilt das Motto, "Tradition ist wichtig, alte Bärte nichtig".

Unser Wing Tsun / Freistil setzt sich zusammen aus klassischem WT, Dan Inosanto Blend Kali, Brasilian Jiu-Jitsu, Kyusho-Jitsu, Verbesserungen aus dem JKD, Fallschule und nicht zuletzt LNB Motion.

Im Bereich realistische Selbstverteidigung folgen wir dem Leitsatz, " The Basic is the most advanced". Dabei trainieren wir nun seit längerem unsere verbesserte „Verteidigung aus dem Zaun“, unter Anwendung von Nervendruckpunkten, Verteidigung gegen Messerbedrohungen, Messerabwehr 2.0, Kubotan Techniken, sowie Verteidigung gegen Mehrere.

Grundsätzlich gilt aber die Kampfvermeidung als höchste Kunst unserer Selbstverteidigung.

Im Hauptteil meiner schriftlichen Arbeit werde ich meinen Weg in der Kampfkunst kurz beschreiben. Danach möchte ich gerne auf zwei neuere Komponenten unseres Trainings näher eingehen, Dan Inosanto Blend Kali, sowie auf Kyusho-Jitsu.

 

Aus einer Sportler-Familie kommend, war körperliche Bewegung von Kind an Teil meines Lebens. Mein Großvater als Profiboxer in den 50er Jahren, mein Vater als Ringer in der Bayernauswahl, sowie Profi Leichtathlet. Leider fehlte mir in meiner Jugend das Durchhaltevermögen mich einer Sache über längerer Zeit zu widmen.

So blieb ich immer nur ein durchschnittlicher Fußballer, ein durchschnittlicher Karateka, ein durchschnittlicher Boxer, ein durchschnittlicher Schwimmer, ein durchschnittlicher Basketballer.

Dies änderte sich erst als ich mit ca. 20 Jahren ambitioniert zu Laufen begann, kombiniert mit Kraftsport. So verbrachte ich zum ersten mal in meinem Leben die nächsten 10 Jahre in Kontinuität und konnte meine Leistungen so erheblich steigern.

Im Herbst 2009 musste ich, Knie bedingt, eine 6 monatige Pause einlegen. Nun fehlte mir aber ein wesentlicher Bestandteil mein Lebens, mein Laufsport. Ich suchte verzweifelt nach einer Alternative, fand aber nichts was mich ansprach.

Ein Freund fragte mich an Silvester 2009/2010 ob ich mit ihm WT in Erding anfangen wolle. Zu dieser Zeit kannte ich weder Wing Tsun noch wusste ich, das dies ein Kung Fu Stil ist.

Neugierig sagte ich zu, und ging zu unserem Ersten Training am 10.01.2010.

Ich kann mich noch genau an dieses Training erinnern, welche Techniken ich erlernte, wer mich neben Sifu Erwin Kastl betreute und welches Gefühl ich dabei hatte.

Meiner Familie oder Außenstehenden beschreibe ich mein Gefühl seitdem immer so, "...ich habe das Gefühl gehabt als würde ich spüren wie sich meine Synapsen neu bilden und neu ordnen würden."

Das neue Bewegungsgefühl war komplett anders und neu, als es bisher in mein muskuläres Gedächtnis eingebrannt war. Ich war sichtlich beeindruckt und mir rauchte der Kopf. (...den Muskelkater der Kniebeugen nicht zu vergessen, aber das sollte ich erst am nächsten Tag herausfinden...)

Mit meinem damaligen Können aus dem Boxen, Karate war ich nicht nur unterlegen, sondern es glich eher einer Vernichtung.

Rückblickend denke ich oft daran, daß ich, Gott sei Dank, nie in eine ernsthaftere körperliche Auseinandersetzung geraten bin.

Was ich mir übrigens immer noch denke.

Selbstverständlich unterschrieb ich den Vertrag sofort. Wieder Zuhause angekommen, schaute ich mir sofort die Einführungskurs-DVD, sowie die 3 stündige Lehr-DVD zum 1.SG an.

Leider sprengte der Inhalt mein geistiges Fassungsvermögen, sodaß ich mir diese DVD in den ersten Monaten immer wieder in kleinen Häppchen anschaute.

Hochmotiviert konnte ich es kaum erwarten ins Training zu kommen um neue Techniken zu erlernen sowie das gelernte zu verfeinern.

Ich übte die Form bis ich sie auswendig konnte, Verteidigung aus dem Zaun war mein täglicher Begleiter, so versuchte ich z.B. in der Arbeit die Techniken zu visualisieren aus Ermangelung eines Trainingspartners. Irgendwann verbot mir meine Frau WT im Wohnzimmer zu üben, oder Sie über die neuesten Erfahrungen vollzuschwallen.

Das sollte sich erst nach längerer Zeit ändern, als meine Frau verstand wie wichtig mir mein WT ist.

In den weiteren Monaten saugte ich alles auf wie ein Schwamm.

Ich konnte die Siu Nim Tau Form, war relativ sicher in unserer damaligen Anwendung der Verteidigung aus dem Zaun.

Mit dem 1.SG in der Tasche setzte ich mein Training über die Jahre fort und verpasste so gut wie kein Training. Nebenbei schaute ich mir zu meinem jeweiligen SG Programm immer die entsprechende DVD an. So konnte ich auch recht schnell die Techniken an untere SG weitergeben.

Eine weitere Erkenntniss aus meiner Anfangszeit war, daß WT nicht unbedingt für Vorführungen mit Laien im Freundes/Familienkreis geeignet ist. So brach ich z.B. meinem Nachbarn versehentlich das Brillengestell, nach der Bitte " ich solle doch mal was zeigen".

Auch mein Bruder vermeidet seit dieser Zeit die Frage " ...zeig mir doch mal einen tollen Hebel, wenn ich dich angreife".

Die Kehrseite ist, daß unser WT halbherzig nicht funktioniert. So ist mein Vater auch nicht überzeugt, da ich noch keine Technik mit annähernder Ernsthaftigkeit ausgeführt hatte. Als Ringer und Boxer ist für Ihn Sparring normal, im WT kann ich aber leider das Auge nicht nur ein "bisschen" ausstechen.

Seitdem zeige ich eigentlich nur noch ausgewählten wenigen einen Teil meines aktuellen Könnens.

Beruflich gesehen war ich seit Mitte 2011 zunehmendem Stress ausgesetzt. Auch hier war WT für mich ein idealer Ausgleich, mental, wie auch physisch.

Nun trainiere ich bereits seit über 4 Jahren und freue mich immer noch auf jedes Training.

 

 

Dan Inosanto Blend Kali

 

Neben den klassischen WT Waffenlosen Techniken, bin ich dem Kali sehr zugetan. Ob "One Stick", "Double Stick", Messerkampf, oder "Empty Hand" also Panantukan, ist diese Kampfkunst eine überzeugende Ergänzung unseres WT.

 

Geschichtlicher Hintergrund - Kali

Kali (Arnis, Escrima) ist eine Südostasiatische Kampfkunst die in der dortigen Region, hauptsächlich den Philippinen, von der Kriegerkaste Maharlika ausgeübt wurde. Als Kriegskunst beinhaltete sie vornehmlich Waffentechniken, mit Schwert, Dolch, Messer oder Speer. Eine Besonderheit war der Umgang mit zwei Waffen gleichzeitig. Neben diesen Waffentechniken wurden aber auch Waffenlose Techniken gelehrt.

Um sich im Training nicht zu verletzen wurde mit Hartholz- oder Rattanstöcken trainiert. Erst wenn ein Schüler die Techniken mit den Stöcken meistern konnte durfte mit Waffen trainiert werden.

So entstand eine schlagkräftige Streitmacht auf den einzelnen Inseln und Inselgruppen.

Im Zuge der spanischen Kolonialisierung konnten sich die einheimschen Krieger erst sehr wehrhaft gegen die Invasoren verteidigen.

So wird berichtet, daß am 27. April 1521 die Besetzung der Insel Mactans durch Magellan scheiterte und die mit Feuerwaffen bewaffnete Schiffscrew von den einheimischen Kriegern zurückgeschlagen werden konnte. Magellan starb bei dieser Auseinandersetzung.

Die Spanier konnten im weiteren Verlauf aber die Herrscher der verschiedenen Clans gegeneinander ausspielen und so die Herrschaft an sich reißen.

So wurde die Ausübung der Kriegskunst offiziell 1764 von den Spaniern verboten.Auf den Philipinen wurden die Kenntnisse und Techniken im weiteren Verlauf in Folkloretänzen getarnt und nur im Geheimen weitergegeben.

Im Zweiten Weltkrieg und im Vietnam Krieg setzte die US Armee viele Philipinische Soldaten ein. So entstand der Mythos, die USA würden die philipinischen Soldaten speziell für den Guerillakrieg einsetzen, da es sich überwiegend um Kali Experten handele.

In der Realität waren diese Soldaten weder Kali Experten noch Schüler.

Die Militärzeit ermöglichte den philipinischen Soldaten vielmehr die US Staatsbürgerschaft.

In der Neuzeit, ab den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Kali immer bekannter, u.a. durch Guro Dan Inosanto.

 

Verschiedene Disziplinen

Im Kali gibt es verschieden Disziplinen die ein damaliger Krieger beherschen musste. Im heutigen Kali werden hauptsächlich die Anwendungen mit Stock und Messer sowie Panantukan geübt.

 

Stock

Doppelstock

Messer

Zwei Messer

Schwert

Zwei Schwerter

Schwert und Messer

Boxen(Panantukan)

Treten

Ringen

 

 

Kampfkonzepte

Beim Inosanto Blend Kali werden die Konzepte das Kali mit den Konzepten des Jeet Kun Do gemischt. Als Trainingspartner von Bruce Lee, hat Dan Inosanto Jeet Kun Do sowie ca. 18 andere Kampfstile erlernt und gemeistert. Sie alle hatten Einfluß bei der Konzeption seines eigenens Stils, „Inosanto Blend Kali“.

Dabei ist Kali ein komplexes Kampfsystem, bei dem meist mit 2 Waffen gleichzeitig gekämpft wird.

Schrittarbeit sowie die Beachtung der Distanz sind grundlegend für den Erfolg der Techniken.

Die Distanzen sind Largo, Medio und Corte (aus dem span. Lange, mittlere, kurze Distanz)

Neben den Waffentechniken ist Panantukan, philipinisches Boxen auch Teil der Kampfkunst.

Hierbei werden Schläge mit Wurf und Hebeltechniken kombiniert und Schläge werden gezielt auf Gelenke, Sehnen oder Muskeln ausgeführt um Gelenke zu brechen und Gegner zu immobilisieren.

 

 

Heutige Bedeutung, Militär/Zivil

In der heutigen Zeit wird Kali zum einen als Kampfsystem hauptsächlich zum Zwecke der Selbstverteidigung gelehrt und zum anderen in Kampfeinheiten oder Vollzugsauthoritäten sowie beim Militär eingestzt.

Da Kali ein Nahkampfsystem darstellt ist es für heutige Militäreinsätze von großer Bedeutung, da Auseinandersetzungen kaum noch in Schlachten mit viel Infanterie entschieden werden, sondern in kleineren Trupps die Guerillataktiken verfolgen. Hier werden die Kämpfe auf naher Distanz ausgefochten.

 

Unser Kali

Wir trainieren seit ca. einem Jahr Inosanto Blend Kali. Die Trainingseinheit findet einmal im Monat statt und erfordern so auch viel Trainingszeit abseits zu Hause um gute Fortschritte zu erzielen.

Durch die Umstellung auf Inosanto Blend Kali werden nun auch Graduierungen durch Sifu Erwin Kastl durchgeführt.

Unsere Techniken bestehen aus Messer Drills, Messerformen, Stock und Doppelstock Drills.

Auch Entwaffnungen gehören zu unserem Repertoire.

Eine wichtige Komponente unseres Kali, bzw. dem Kali im generellen ist die Schrittarbeit und die Beachtung der Kampfdistanz.

Zu Trainingszwecken werden die Schläge nummeriert. So können die einzelnen Drills mit Nummernfolge definiert werden.

Die Messerform, entwickelt von Sifu Erwin Kastl, beinhaltet die meisten, gängigen Messertechniken im Messernahkampf und sind gute Vorbereitung auf das Messersparring mit Übungsmessern.

Zum aufwärmen und zur Lockerung der Muskulatur führen wir 3 Arten der „Verknotung“ durch.

Momentan trainieren wir den 1. sowie den 2. SG im Inosanto Blend Kali.

Unser Stammbaum dabei ist wie folgt aufgebaut,

Schüler – Sifu Erwin Kastl – Sifu Joaquin Almeria – Dan Inosanto.

 

 

 

Kyusho-Jitsu

 

Meine zweite Leidenschaft gilt dem Kyusho-Jitsu, der Verwendung der Nervendruckpunkte am menschlichen Körper.

 

Geschichtlicher Hintergrund/TCM

Der Begriff Kyusho-Jitsu kommt aus dem Japanischen und bedeutet

"Die Kunst der Vitalpunkte".

Vitalpunkte werden als Nervendruckpunkte, Blutgefäße sowie Sehnen bezeichnet. Sie basieren auf den Prinzipien der Akupunktur und der Neurologie.

Dieses Wissen ist generell in vielen ursprünglichen Kampfstilen, unter anderen Bezeichnungen, beheimatet gewesen. Dim Mak oder Dianxue in den chinesischen Kampfstilen, Kupso Sul oder

Hyol Do Bop in den koreanischen Kampfstilen, sowie Marma Adi in den indischen Kampfkünsten.

Da unsere Kampfkunst in China verwurzelt ist, spreche ich der Einfachheit halber von Dim Mak, bzw. benutze den jap. Begriff Kyusho-Jitsu.

Die Kampfanwendungen oder Benutzung dieser Punkte ist aus den versportlichten Kampfstilen größtenteils verschwunden. Sie erfahren aber zunehmend mehr Beachtung, da es sich in jedes Kampfsystem einbauen lässt. So auch bei unserem WT.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bedient sich ebenfalls der Wirkung dieser Leitbahnen. Sie bezeichnet diese als Kanäle in denen das Qi, die Lebensenergie fließt.

In der TCM werden 12 Hauptleitbahnen beschrieben, die sog. Meridiane. Sie sind einem Funktionskreislauf zugeordnet, bzw. einem Organsystem.

In der TCM werden verschiedene Punkte auf den Leitbahnen durch Akupunktur, bzw. Akupressur stimuliert, um den Qi Fluß in Einklang zu bringen,und so eine heilende Wirkung zu erzeugen. Allerdings ist dies von der Schulmedizin nicht belegt.

Der Ursprüngliche Begriff wurde im 17. Jahrhundert in Frankreich mit Meridiane übersetzt. Eigentlich beschreibt das chinesische Wort einen vertikalen und horizontalen Faden ähnlich dem Weben.

 

Meridiane

Die verschiedenen Meridiansysteme werden wie folgt unterteilt.

12 Hauptmeridiane

8 Außerordentliche Gefäße

12 Leitbahnsehnen

15 Verbindungskanäle

12 Sondermeridiane

Wasserbahnen

Den einzelnen Funktionskreisläufen der 12 Hauptmeridiane sind ebenfalls Elementarbezeichnungen zugeordnet, Feuer, Metall, Holz, Erde und Wasser. Näheres über deren Verwendung im nächsten Abschnitt.

Desweiteren wird den Meridianen eine Fließrichtung zugeschrieben. Die Yin Meridiane verlaufen von den Zehen zum Stamm und vom Stamm zu den Fingern. Anders die Yang Meridiane, sie verlaufen von den Fingern zum Gesicht und vom Gesicht zu den Zehen.

Die Hauptmeridiane sind paarig auf den Körperhälften angeordnet und kreuzen sich nicht.

 

 

Kampfkonzepte/Einsatzbereiche

Wie bereits angesprochen lassen sich die Techniken aus dem Kyusho-Jitsu oder Dim Mak auf alle Kampfsysteme leicht übertragen.

In der Anwendung werden die Vitalpunkte stimuliert um so eine Körperreaktion beim Gegner herbeizuführen. Entscheidend dabei ist das Wissen um die genaue Lage des Punktes, der Winkel (Druckrichtung) und die Unterscheidung ob es sich um einen "Schlag", "Druck" oder "Reibe" Punkt handelt.

Kraft spielt dabei keine Rolle, da die Punkte sehr empfindlich sind und schon bei geringer Krafteinwirkung Reaktionen hervorrufen. Jedoch kann behauptet werden, je stärker der Schlag, desto ungenauer kann oder muß der Bereich getroffen werden. Je genauer der Schlag umso weniger Kraft muß aufgewendet werden.

Die Körperreaktionen gehen von Reflexreaktionen, über Schmerz, Gleichgewichtsstörungen, Kraftverlust, bis hin zum Verlust des Bewusstseins. Durch die neurologischen und physiologischen Reaktionen werden die Körperfunktionen minder bis stark beeinträchtigt, bzw. im Extremfall dauerhaft gestört.

Viele Punkte lösen Schmerz aus, manche stoppen die Blutzufuhr zu bestimmten Bereichen, oder andere lassen das Organ kollabieren.

Sehr bekannt, auch bei Laien, ist ein Schlag auf den Solar Plexus, welche die Lunge kurzzeitig kollabieren lässt. Die führt dazu, daß einem, Sprichwörtlich, der Atem geraubt wird.

Durch die Kombination verschiedener Punkte können die Effekte extrem verstärkt werden. So ist die Benutzung mehrerer Punkte hintereinander auf einer Leitbahn sehr effektiv um das Gehirn mit Reizen zu überfluten. Die Reaktion darauf ist meist ein Bewusstseinsverlust.

Die vorher beschriebenen Elementarbezeichnungen der einzelnen Hauptmeridiane lassen auf optimale Kombinationsmöglichkeiten schließen.

So verstärkt sich der Effekt wenn man, z.B. einen "Feuer"Punkt stimuliert und im Anschluss einen "Holz" oder "Metall" Punkt. Feuer verbrennt Holz oder Metal. Nach dieser Logik lassen sich über die Elementarbezeichnungen sinnvolle Kombinationen finden.

Kyuscho Jitsu Anwendungen lassen sich in Schlag- und Würgetechniken einbauen, sowie in Fesselungen zur Kontrolle des Gegners.

 

Unser Kyusho-Jitsu

Die Einführung von Kyusho-Jitsu in unser WT war eine wertvolle Bereicherung. Nicht nur für die Effektivität unserer Kampfkunst, sondern auch für das Verständnis von Körperfunktionen und dem Körper als Ganzes.

Primär wurde unsere "Verteidigung aus dem Zaun" optimiert, da nun die verwendete diagonale Schlagrichtung auf die neurologischen Punkte am Hals zu einem garantierten Effekt auch bei evtl. betäubten Gegnern führt. Wir verwenden sowohl Punkte am Arm für Hebeltechniken, als auch verschiedene K.O. Punkte am Kopf.

Auch Punkte im Bauchraum oder an den Beinen sind mit unseren bereits bekannten Techniken zu vereinen und konnten so optimiert werden.

Da für das Training und dem Verbessern der Treffgenauigkeit immer ein Partner nötig ist, sind auch sicherheitsrelevante Aspekte wichtig.

Zuerst sollte man die sog. „Wiederbelebung“ beherschen. Hier unterscheidet man in der vollständigen „Wiederbelebung“, z.B. nach einem K.O. oder einer lokalen „Wiederbelebung“ an einem Körperteil. 

Erst wenn diese Techniken beherscht werden sollte man mit dem eigentlichen Training beginnen.

Die einzelnen Nervendruckpunkte werden abwechselnd geschlagen (gedrückt / gerieben), dies geschieht mit minimaler Kraftaufwendung. Der Trainingspartner benennt die gefühlte Stärke mit einer Bewertung von 1-10. Wobei 10 bedeutet, „zu fest geschlagen, jetzt bin ich an der Reihe“.

Danksagung

Abschließend möchte ich mich gerne bei meinem Sifu, Erwin Kastl bedanken. Mit seinem Enthusiasmus, seinem Kampfwissen und vor allem mit seinem Interesse auch seine Konzepte immer wieder zu überdenken und zu verbessern, ist er für mich und viele Andere ein ausgezeichneter Lehrer. Selbstverteidigung sehen wir durch Ihn nicht nur als Schutz vor anderen Personen, sondern auch viel mehr als generellen Schutz unserer Gesundheit im Gesamten. Hier gehört eine gesunde Lebensweise mit ausreichend richtiger Bewegung ebenso dazu wie die Verteidigung gegen Angreifer.

Für dieses Konzept bin ich sehr dankbar und freue mich auf viele weitere Jahre mit unserem WT.

 

 

Quellen:

Wikipedia – Traditionelle Chinesische Medizin

Wikipedia – Kyusho-Jitsu

Russell Stutely – DVD Multiplied Fifghting Force System

www.manumissio.wikispaces.com/The+Meridian+System

Youtube – Interview mit Guro Dan Inosanto

Youtube – Filipino Martial Arts Demo, Guro Dan Inosanto

Wikipedia – Filipino Martial Arts

www.inosantokali.com