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Selbstverteidigung Kampfsport, Kampfkunst, Erding, Rosenheim , Wing Tsun, Kung Fu, Kampf

Erwin L. Kastl,

e-mail  sifu-kastl@freenet.de 

Kreuzfeldweg 22, 85617 Aßling

 Telefon 08092/5409  Fax 08092/5409 #

Telefon mobil 015228405479

Ich unterrichte in Erding, Rosenheim und Taglaching

Schüler von mir in 85057 Ingolstadt und 31832 Springe

 

Rüdiger Hirsch besteht die schwere Prüfung zum ersten Lehrergrad.

Hier seine Technikerarbeit, über seine Erfahrung und Meinung zum Wing / Tsun

Schriftliche Arbeit von Rüdiger Hirsch zum Erwerb des ersten Lehrergrades im Wing Tsun

Inhalt:

Vorwort

  • Mein Weg zu Wing Tsun
  • Training
    • oPhysisches Training

      oTechnisches Training

      oPsychologisches Training

  • Erster Lehrergrad
  • Umgang mit Brutalität
  • Gesellschaftliche Stellung des Kampfes
  • Danksagung/Schlusswort

Vorwort

 

Da zum Thema der Wing Tsun-Kampftechniken in der Literatur genügend zu finden ist, und es dort wesentlich professioneller dargestellt wird als es mir möglich ist, werde ich in dieser schriftlichen Arbeit auf solche Ausführungen verzichten und stattdessen eine persönliche Reflexion zu meiner Wing Tsun- & Freistil-Ausbildung schreiben.

 

Mein Weg zu Wing Tsun

Das Thema Kampfsport ist in meiner Jugend kurz als Idee präsent gewesen aber nicht so stark, dass es zur Realität geworden wäre. Erst sehr viel später, nach einer mehrere Monate langen Reise, war die Idee Kämpfen zu lernen relativ ausgeprägt.

Während dem Reisen (vor allem wenn man wenig Geld hat) ist man ziemlich ausgesetzt, hat ständig fremde Menschen um sich und befindet sich in ungewohnten Situationen, was in erster Linie sehr interessant ist, jedoch manchmal zu ungemütlichen Momenten führt (zumindest öfter, als wenn ich täglich nur zur Arbeit fahre und wieder nach Hause).

Ein Beispiel:

In Indien, nachts, in einem überfüllten Bahnhof: Es tauchten plötzlich drei indische Jugendliche auf und so wie ich ihr Verhalten interpretiert habe, hatten sie keine guten Absichten. Erst als eine Mitreisende geschickt vom Thema ablenken konnte, löste sich die Situation auf. Aber das hätte auch übel enden können. Ich war körperlich in keiner schlechten Verfassung aber an koordiniertes Kämpfen wäre nicht zu denken gewesen, schon gar nicht gegen drei Angreifer.

Später habe ich weitere Reisende kennengelernt, von denen einige ähnliche Situationen erlebt hatten. Manche haben in diesem Zusammenhang von ihrer Kampfsportausbildung (welche sie jedoch nicht einsetzten mussten) erzählt, was dazu führte, dass das Gefühl in mir heranwuchs, dass Kämpfenkönnen irgendwie dazu gehört.

Als ich dann im Anschluss an die Reise im Herbst 2010 nach Bayern zog, bin ich auf die Kampfsportschule Erwin Kastl aufmerksam geworden und nach einem Probetraining war auch gleich klar, dass diese Art des Trainings zu mir und meinen Anliegen passt.

 

Training

Hier möchte ich mit einigen Worten ausdrücken, was mir im Trainingsablauf bzw. Trainingsaufbau besonders positiv aufgefallen ist.

Physisches Training

Besonders gut fand ich die Vermittlung des Verständnisses davon, dass Beweglichkeit, Körperbeherrschung, Koordination und Kraft wichtige Grundlagen sind, um überhaupt kämpfen zu können. Dennoch wurde dies nie übertrieben. Vielmehr nahm die konsequente Umsetzung des Wichtigsten, nämlich das Training der Kampftechniken, perfekt ausbalanciert mit dem Grundlagentraining den angemessenen Raum in den Stunden ein.

Die angewandten Krafttrainingsübungen zielten nicht in erster Linie auf Muskelquerschnittsvergrößerung sondern vor allem auf Kraftausdauer und intramuskuläre Koordination, da bei keiner Kraftübung die Muskeln isoliert trainiert werden. Zum Beispiel muss bei den Kniebeugen, so wie sie im Training ausgeführt werden, der ganze Körper mitarbeiten, damit das Gleichgewicht gehalten werden kann.

Außerdem wird überhaupt immer darauf geachtet, dass durch die Auswahl der Übungen der ganze Körper trainiert wird.

Ein größerer Bewegungsradius und geschmeidigere Bewegungen werden erreicht durch die Dehnübungen, die am Ende jeden Trainings durchgeführt werden. Dies wurde bereichert durch die Ausbildung unseres Sifu in LNB-Motion, was eine Methode ist, um den Körper beweglicher und gesünder zu machen, indem durch spezielle Übungen die Verklebung der Faszien , welche die Muskeln umhüllen, aufgelöst und verhindert wird. Ein Vorteil, welcher speziell bei Kampfsportlern Interesse wecken dürfte. Denn allein durch das Lösen der verklebten Faszien kann eine Erhöhung der Bewegungsgeschwindigkeit um bis zu 20% erreicht werden.

Technisches Training

Fallschule:

Als Basistechnik für den Kampf und den Alltag wird bei fast jedem Training Fallschule geübt. Dass dies sinnvoll ist, haben mehrere Berichte von Trainingskollegen bewiesen, die bei Fahrradstürzen, Arbeitsunfällen oder Ähnlichem durch die Fallschule kaum Schaden davon getragen haben.

Verteidigung aus dem Zaun:

Die Idee, dass jeder, der die Kampfausbildung beginnt, sich so schnell wie möglich effektiv verteidigen kann (Verteidigung aus dem Zaun), noch bevor er oder sie damit beginnt, die höheren Weihen des Wing Tsun zu erlernen, hat mich sehr überzeugt.

Die „Verteidigung aus dem Zaun“ ist meiner Meinung nach der elementarste Teil der Wing Tsun- & Freistil-Ausbildung, deswegen habe ich auch versucht, sie sehr oft zu trainieren.

Da die „Verteidigung aus dem Zaun“ eine Entwicklung unseres Sifu ist, zeigt sich hier, dass wir an der richtigen Adresse sind. Man kann beobachten, dass das Training ständig lebendig gehalten und auf ein immer höheres Niveau gehoben wird. Dies ist vermutlich auf einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zurückzuführen, dessen Grundlagen, wie mir scheint, die Gewinnung möglichst vieler Informationen über Kampftechniken sowie der Aussiebung derer nach Effektivität und Vereinfachung sind.

Ich hatte das Glück in der Endphase meiner Ausbildung an solchen Prozessen teilnehmen zu können und habe daraus hohen Gewinn gezogen.

Praxisorientierung:

Es hat sehr motivierend auf mich gewirkt, dass alle Kampftechniken, die gelehrt werden, hundertprozentig praxisorientierte Selbstverteidigung sind.

Wenn dann andere interessante Kampftechniken geübt werden, die jedoch etwas exotischer sind und vielleicht etwas mehr der Bewegungsschule dienen wie z.B. der Spinning-Low-Sweep-Kick oder der Dropping-Low-Sweep-Kick wird das angesagt und es kann dann freiwillig zusätzlich trainiert werden.

Waffenkampf:

Ein weiteres Kriterium, welches für die praxisorientierte Selbstverteidigung in unserem Training spricht, ist der Waffenkampf, welcher regelmäßig trainiert wird.

Gemäß dem Prinzip der Praxistauglichkeit ist ein sehr großes Thema natürlich der Messerkampf. Dieser wird als Messerabwehr und auch als Verteidigung mit einem Messer trainiert.

Bei der Messerabwehr wird eine Kampftechnik mit der Bezeichnung dog-catcher eingesetzt, welche auf die Kontrolle des Messer-führenden Armes wert legt und auf das „ausknocken“ des Angreifers durch Kopfstoß. Für den Fall, dass der Gegner nicht durch den Kopfstoß K.O. geht, gibt es effektive Folgetechniken.

Bezüglich der Verteidigung mit dem Messer, wird der Umgang mit dem Messer grundlegend durch eine Messerform, einige Drills und schließlich durch Sparring geschult. Außerdem ist eine komplette Enzyklopädie über das Thema Messer von Sifu Erwin Kastl erhältlich.

Ein separates Thema, welches geschult wird, ist die Kampftechnik Kali Escrima Arnis. Hierbei geht es hauptsächlich um den Stockkampf, was einerseits Selbstzweck ist aber auch im besonderen Maße die Motorik schult, was sich wiederum sehr positiv auf das Wing Tsun-Training auswirkt.

 

Kampftechniken aus anderen Kampfstilen:

Um die Kampfausbildung zu komplettieren werden Kampftechniken von anderen Selbstverteidigungssystemen übernommen. Hintergedanke ist natürlich, dass wir Wing Tsun & Freistil trainieren und so die Freiheit haben, alle Kampftechniken zu benutzen um möglichst alle Eventualitäten abdecken zu können. Beispielsweise ist im Wing Tsun kein Bodenkampf vorgesehen. Dass es aber zu einem Bodenkampf kommen kann, ist durchaus möglich. Deshalb finde ich es sehr gut, dass im Training Bodenkampftechniken aus Gracie-Jiu-Jitsu integriert wurden.

Eine weitere Bereicherung erfuhr ich durch einige Techniken aus Bruce Lees Jeet-Kune-Do, eine Kampftechnik die sowieso schon auf Wing Tsun basiert. Doch sie macht manche Angriffe noch überraschender, weil sie wohl manchmal etwas unorthodoxer sind als klassische Wing-Tsun-Techniken.

Chi Sao:

Im Chi Sao nähert man sich dem eigentlichen Kern des Wing Tsun. Es war eine interessante Erfahrung, dass man lernen muss, im Kampf weich zu sein, um mit der Energie des Gegners umgehen zu können.

Ebenso wichtig ist dabei das Thema der Vorwärtsspannung, um die eigene Energie einbringen zu können, sobald sich beim Gegner „ein Fenster öffnet“.

Beim Durchlaufen der sieben Sektionen Chi Sao habe ich den Einstieg zu den eben genannten Fähigkeiten gefunden. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, dies zu vertiefen um die gelernten Techniken mischen und spontan, der Situation angemessen, abrufen zu können.

Psychologisches Training

Auch das psychologische Training kam nicht zu kurz. Dies bedeutet, es wurde daran gearbeitet die erlernten Kampftechniken auch anzuwenden. Dazu müssen psychologisch eine bzw. mehrere Schwellen, überschritten werden.

Das fängt schon damit an, dass man lernt andere Menschen auf ungewöhnliche Weise zu berühren. So zum Beispiel beim Schredder, bei welchem man dem Gegner bzw. Trainingspartner mit der ganzen Hand im Gesicht „herumschreddert“ (hauptsächlich in den Augen). Ein weiteres Beispiel ist der Tiefschlag.

Ganz wichtig ist es auch, der eigenen Brutalität zuzustimmen. Hier wird die „Kopfarbeit“ durch Erzählungen von Kämpfen oder durch Aussprüche wie „Mitleid mit deinem Gegner ist Grausamkeit zu dir selbst“ angeregt und gefördert.

Ebenso wichtig war es für mich, ein tieferes Verständnis rund um das Thema Angst zu gewinnen.

Dabei waren die Erläuterungen zur Angst, die in einem aufsteigt wenn ein Kampf beginnt, durch unseren Sifu sehr hilfreich. Die Erklärung dieses Themas steht bei ihm unter der Überschrift „Angst, ein Missverständnis“. Dies bedeutet, dass man sich bewusst machen soll, dass dieses Gefühl der Angst kein Gefühl ist, welches man besser nicht haben sollte oder wofür man sich schämen müsste. Im Gegenteil, es hilft einem, voll bei der Sache zu sein, seine ganze Kraft einzusetzen und wesentlich mehr Schmerzen auszuhalten als normal.

Obwohl ich noch nie so extrem dieser Angst ausgesetzt war, kann ich den eben beschriebenen Zustand, der mit einer hohen Dosis Adrenalin im Körper einhergeht, gut nachvollziehen und indem ich mich damit auseinander gesetzt habe, fühle ich mich auf einen Kampf besser vorbereitet als zuvor. Außerdem denke ich, da Angst auch in anderen Lebenslagen entsteht, ist die eben genannte Interpretation des Gefühls der Angst universell einsetzbar.

Ich finde noch den Hinweis interessant, dass man mitten in diesem Gefühl der Angst und vollgepumpt mit Adrenalin, wenn Denken nicht mehr möglich ist, trotzdem noch eine Aufgabe hat, nämlich die Entscheidung zu kämpfen oder zu flüchten zu treffen, aber nichts dazwischen. Dafür muss man sich jedoch schon vorab klargemacht haben, dass flüchten nichts Unehrenhaftes ist. Dies hat mir an der Wing Tsun-Philiosophie wirklich sehr gut gefallen, nämlich dass es nicht um Ruhm und Ehre geht, sondern darum, heil nach Hause zu kommen. Diese Haltung, kann ich mir vorstellen, ist wohl daraus entstanden, weil der Hintergrund, auf dem Wing Tsun entwickelt wurde, nie ein sportlicher war sondern einer, bei dem es um das Überleben ging.

 

Unbedingt erwähnenswert ist auch die außergewöhnliche und sehr motivierende Möglichkeit bei unserem Sifu ohne Aufpreis in allen drei Schulen (Taglaching, Rosenheim und Erding) zu trainieren, was ein sehr hohes Trainingspensum ermöglicht. Ebenso außergewöhnlich ist die Tatsache, dass alle Schülergrade und Sektionen auf DVDs ausführlich erklärt sind, womit der Lernprozess um ein erhebliches Maß erleichtert und beschleunigt wird und immer wieder leicht aufgefrischt werden kann.

Auch eine eigene künftige Lehrertätigkeit hat so ein klare Grundlage, auf die man jederzeit zugreifen kann. Dieses Zur-Verfügung-Stellen des eigenen Wissens zeichnet unseren Sifu vor vielen anderen aus.

 

Erster Lehrergrad

Da ich ab Mitte Januar 2014 wieder für einige Zeit im Ausland sein werde, entstand die Idee, ob ich es bis dahin schaffen könnte, die Prüfung für den ersten Lehrergrad zu machen. Nach Absprache mit Sifu Erwin Kastl, dass es bei vollem Trainingsaufwand klappen könnte, habe ich vor ca. einem halben Jahr begonnen wesentlich intensiver als bisher zu trainieren.

Dies bedeutete die Teilnahme an jedem Training in allen drei Schulen (Taglaching, Rosenheim, Erding), an allen Sonntags-Lehrgängen in Taglaching, Privatunterricht, sowie regelmäßiges Training zu Hause mit einem Trainingskollegen (Danke, Thorsten!).

Ich kann nur sagen: Das war richtig klasse; es gab dadurch eine enorme Leistungssteigerung (hoffentlich sieht das mein Sifu auch so), nicht nur durch das ständige Training an sich, sondern auch, weil Wing Tsun ständig in meinen Gedanken präsent war und ist. Deshalb war es ein kontinuierlicher Lernprozess ohne Unterbrechungen, nach denen ich mir wieder einen Anschluss hätte erarbeiten müssen. Allerdings musste ich durch die hohe körperliche Belastung lernen, auf meinen Körper zu hören um Übertraining und vor allem größere Verletzungen zu vermeiden. Auch das war eine wichtige Erfahrung.

 

Umgang mit der Brutalität

Es hat sich bei all dem, wegen der andauernden Beschäftigung mit dem Kämpfen, für mich als schwierig herausgestellt, den Gedanken an die Gewalt des Kämpfens, an die Brutalität, die der Gegner aufbringt und die ich im Kampf dagegen setzen muss um zu siegen, zu integrieren.

Bevor ich begonnen hatte Wing Tsun & Freistil zu lernen, war mir die Gewalt, der ich im Leben ausgesetzt sein kann, nicht so sehr bewusst, weshalb ich früher entspannter war als während meiner WT-Ausbildung.

Aber wenn es eine Wahrheit gibt, auch wie hier eine unangenehme, hilft es nicht, sich ihr zu verschließen. So gesehen wurden mir während des Trainings über die Jahre die Augen für das Gewaltpotential in der Welt und in mir geöffnet und ich musste lernen mit dieser unangenehmen Wahrheit umzugehen. Dieser Prozess ist schon wesentlich voran geschritten aber noch lange nicht abgeschlossen.

Zum Beispiel der Messerkampf: Es hat solch eine Brutalität mit einem Messer angegriffen zu werden bzw. sich selber mit einem Messer zu verteidigen, dass schon der Gedanke daran erschrecken kann. Aber wenn ich nur die Kampftechniken lerne, hilft das eben nur bis zu einem gewissen Grad d.h. ich musste mich mit dieser Brutalität auch auf der psychischen Ebene auseinander setzen, damit es im Ernstfall funktioniert. Dies führt dazu, wie ich meine an mir beobachten zu können, dass das alltägliche Denken eine ernsthaftere Komponente bekommen hat, was ich wiederum nicht als unangenehm empfinde, weil dies zu mehr Aufmerksamkeit geführt hat.

 

Sehr interessant fand ich eine Lehre der Samurai, die uns unser Sifu erzählte, nämlich die der Selbstaufgabe (Sutemi) während eines Kampfes, d.h. es wird der Tod akzeptiert und es zählt nur die Hingabe an den Kampf.

Trotz allem hoffe ich, dass ich nie in die Situation komme, so kämpfen zu müssen. Der chinesische Philosoph Lao Tse hat in seinen Schriften einmal von einem Dorf gesprochen, also von einer Lebensgemeinschaft, von welcher es eine Eigenschaft sein sollte, dass sie Waffen hätte, diese aber nie benützen müsste.

 

Gesellschaftliche Stellung des Kampfes

Ich fand es interessant zu hören, dass in totalitären Staaten regelmäßig der Kampfsport verboten wurde. Natürlich nur aus dem Grund, das Volk leichter kontrollieren zu können. Auffällig ist auch, dass in solchen Staaten auch Literatur verboten wurde, welche die Menschen zu selbständigem und freiem Denken führt. Dies lässt den Rückschluss zu, dass sowohl freies Denken als auch die Fähigkeit kämpfen zu können Wege zur Freiheit bzw. zur Mündigkeit sind. Man könnte auch so weit gehen und sagen, um eine Voraussetzung für eine Gesellschaft aus freien und mündigen Menschen zu schaffen, sollte das pädagogische Motto dieser lauten: lesen, schreiben, rechnen, kämpfen können.

Betrachtet man die Natur als ewige Konstante kann man sie als Referenz benutzen, und man beobachtet, dass jedes Tier und jede Pflanze eine Überlebensstrategie hat und die meisten davon ein Verteidigungssystem, sei es Gift, Hörner, Zähne. Tarnung..., dann ist es wahrscheinlich für den Menschen sinnvoll, diesbezüglich keine Ausnahme zu bilden.

Deshalb habe ich während meiner Wing Tsun-Ausbildung, das was ich tat, nicht als Sport betrachtet sondern als etwas, was dazu gehört, d.h. als etwas, das „Mann“ können sollte um vollständiger und kompletter zu sein.

Einwurf von Sifu Erwin L. Kastl. Es gibt eine Werbung von einem amerikanschen Ausbilder für praxisorientierte Selbstverteidigung. Sinngemäss sagt er, es ist gar keine Frage, ob man Selbstverteidigung übt oder nicht. Es ist eine Verpflichtung für jeden Mann. Wie soll er seine Familie und sich selbst schützen, wenn diese oder er angegriffen wird. Ohne Training hat man keine Chance gegen den kampferfahrenen Schläger und wird immer seine Familie oder sich nicht schützen können.  

Danksagung/Schlusswort

Zum Schluss möchte ich mich noch bei meinem Sifu Erwin Kastl für die wertvolle Ausbildung bedanken. Ich habe das Gefühl, dass ich die beste Kampfausbildung genossen habe, die ich überhaupt bekommen konnte.

Außerdem bedanke ich mich noch bei allen Technikern für die guten Tipps und bei den Trainingskollegen für das intensive Trainieren.

Durch das Training an den unterschiedlichen Schulen (Taglaching, Rosenheim, Erding) habe ich mit so vielen unterschiedlichen Menschen trainiert. Das war wirklich klasse!

Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen, dass ich die Wing Tsun- & Freistil-Ausbildung in einem umfassenden Sinn als sehr wertvoll betrachte.

Ich habe den Eindruck, dass man mit dem ersten Lehrergrad ein Level erreicht hat, bei dem es erst so richtig losgehen kann, und man das eigene Können zur Kampf-Kunst entwickeln könnte.

Es hat großen Spaß gemacht und ich will erreichen, dass Wing Tsun einen festen Platz in meinem Leben bekommt.

 

Rüdiger Hirsch, Januar 2014