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Selbstverteidigung Kampfsport, Kampfkunst, Erding, Rosenheim , Wing Tsun, Kung Fu, Kampf

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Jeet Kune Do ist keine Mischung aus verschiedenen anderen Kampfsystemen, sondern ein eigenständiges Kampfkunstsystem. JKD ist schwer zu beschreiben. Als kurze Info veröffentliche ich hier das Vorwort eines JKD Buches von Paul Vunak und die JKD Prinzipien. In meinem Verständniss von Wing / Tsun und Freistil sind die gertroffenen Aussagen richtig und werden auch in unserem Training so eingebaut und umgesetzt. 

 

Vorwort

Bevor Sie dieses Buch lesen müssen Sie vorneweg zwei Dinge verstehen. Sie sind grundlegend und dennoch werden Sie sich wahrscheinlich am Kopf kratzen, wenn Sie es zum ersten Mal lesen.

Erstens, Jeet Kune Do (JKD) existiert nicht! Und zweitens kann man eine Kampfkunst nicht aus einem Buch lernen. Genausowenig wie man Klavier oder eine fremde Sprache aus einem Buch lernen kann.

Hier sind die Gründe.

JKD ist zu sehr ein mystisches schwer greifbares Gebilde, das jeder finden will aber keiner scheint es finden zu können. Schüler legen, wie eifrige Jünger, mehrere hundert Meilen zurück, um ein JKD Seminar zu besuchen...für armselige 8 Stunden. Viele, die in anderen Kampfarten ausgebildet worden sind, haben von diesem verrückten, kämpferischen und tödlichen System gehört, aber wissen nicht wo es unterrichtet wird, von wem es unterrichtet wird und was wirklich anders daran ist.

Das Problem ist nicht, daß es ein Geheimnis ist, sondern ein bloßer Mangel an Menschen, die wissen wie man die Konzepte des JKD unterrichtet. Achten Sie darauf, daß ich Konzepte sage und nicht JKD. Das mache ich, weil JKD nur so existiert wie Sie existieren. Wenn Sie sich in einer bestimmten Art und Weise fühlen, dann ändert es sich in einer bestimmten Art und Weise. Wenn Sie es nicht ernähren, dann wird es träge. Wenn Sie es polieren und schärfen, dann verwandelt es sich in den größten Alptraum ihres Gegners. SIE sind es, der JKD Leben einhaucht. Einer meiner Schüler gab mir ein kleines Plakat auf dem stand:

JKD ist letztendlich keine Angelegenheit von engstirniger Technik. Es ist keine Frage etwas zu entwickeln was schon entwickelt worden ist, sondern wiederzufinden, was zurückgelassen wurde. Diese JKD Konzepte waren schon immer bei uns...in uns...die ganze Zeit. Und sie sind niemals verloren oder verunstaltet worden, außer von unserer irrigen Bedienung.

-BRUCE LEE

Um es einfach auszudrücken, Bruce meinte nur, daß er während er die Probleme, ein Kampfkonzept aufzubauen durchgegangen ist, davon ausgegangen ist, daß in jedem von uns eine Kampfkunst existiert. Wir können schon JKD. Darum ist es so einfach zu lernen und warum es für jeden immer so zurechtgeschneidert scheint.

Das ist auch der Grund warum Sie nicht ihr eigenes JKD aus einem Buch lernen können. SIE existieren darin nicht. Das sind meine Worte, meine Unterrichtsmethoden, meine Art es zu tun. Reines JKD bezieht mit ein, das zu nehmen was nützlich ist (eingeschlossen dem, was Sie hier lesen) und das zu verwerfen was nutzlos ist (eingeschlossen dem, was Sie hier lesen). Der Begriff “Flugzeit” (flight time) kommt immer wieder in diesem Buch vor. Das ist ein Schlüsselwort. Ein f-15 Pilot kann nicht aus einem Buch lernen wie man einen Eagle fliegt. Bücher können helfen, aber zuerst muß er die Grundstrukturen des Fliegens lernen, dann muß er sich mehreren Prüfungen unterziehen bis sein eigenes Hinterteil im Sitz angeschnallt ist. Eine Kurve zu fliegen, die die siebenfache Erdanziehungskraft im Cockpit auslöst kann nicht in einem Buch beschrieben werden. Ebenso wenig kann ein gerader Faustschlag im JKD beschrieben werden. Sie müssen es erleben!

Warum dann ein Buch? Eine Bedienungsanleitung? Alles, vom Staubsauger bis zu dieser F-15 hat eine...und Ihr Gehirn mit wichtigen Fakten, Daten und anderen Situations- und Trainingsinformation zu füllen ist wesentlich. Es hilft Lücken zu füllen. Ich werde versuchen einen Sinn in das zu bringen, was JKD für mich ist, was es für Sie sein kann und wie seine Prinzipien nicht nur in Kampfsituationen, sondern auch in Unbilden des täglichen Lebens angewandt werden können.

Bleiben Sie dabei!

 

Paul Vunak

Los Angeles, California

 

 

 

Jeet Kune Do Prinzipien

Von Frank Burzynsky, Jeet Kune Do Lehrer in Berlin.

Train easy- fight hard   Train hard- fight easy  it´s your choice

Leichtes Training - Harter Kampf    Hartes Training – Leichter Kampf      Wähle!

 

Einfach

Das von BL benutzte Wort "simple" hat bei manchen in der deutschen Übersetzung "simpel" die Bedeutung von einfach aber auch einfältig. Das ist falsch. Einfach heisst, dass eine Technik oder Bewegung im JKD nach Möglichkeit aus so wenig wie möglich einzelnen Teilen zusammengesetzt sein sollte. Sie sollte vom Ausführenden keine komplizierte Bewegungsmechanik verlangen, da diese im Ernstfall eh nicht ausgeführt werden kann. Eine "einfache" Technik ist eine Technik, die ich auch im Überraschungsmoment aus der jeweiligen Haltung ausführen kann, ohne Vorbereitungszeit und Vorbereitungsstellung. Ein ökunomisches Bewegungsminimum wird einer komplexen Bewegung vorgezogen, um a.) Energie zu sparen, b.) schnellstmöglich wieder einsatzbereit zu sein und c.) sich nicht im Ablauf der Bewegung oder danach zu exponieren. Ein tägliches Training dieser Basistechniken ist die Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz derselben.

 

 

Direkt

 

Im JKD wird versucht, den Gegner mit "direkten" Techniken zu treffen. D.h., das direkte Vorgehen auf das Ziel ist das eigentliche Ziel. Gerade, einache und unkomplizierte Bewegungen werden bevorzugt. Passive Verteidigung, sprich: einfaches Blocken, wird als uneffizient, da nicht angriffsbeendet betrachtet. Jede Technik und jede Bewegung sollte nach Möglichkeit von allen unnötigen Zusatzbewegungen befreit werden. "Stripped down to their essentials." JKD ist eine offensive SV, die direkte, kampfbeendene Antwort ist das Ziel.

Ein Beispiel, dass Bruce Lee immer zu "directness" brachte, war das des geworfenen Objektes.

Wenn dir jemand etwas zuwirft und dich damit überrascht, dann versuchst du aller Wahrscheinlichkeit nach das Objekt erst einmal zu fangen. Du machst dir keinen Kopf darüber, was es ist, aus welchem Winkel es kommt, ob man es "sanft" oder "hart" fangen kann, ob man es umlenken oder abprallen lassen kann etc. Diese Reaktion ist das Trainingsziel für die "directness".

 

 

Nicht-Klassisch

 

Zu den Zeiten, in denen JKD entstand, gab es in Amerika eine Anzahl von Kampfkunstarten, die teilweise nur innerhalb einer Etnie weitergegeben oder von heimkehrenden Soldaten aus dem pazifischen Raum mitgebracht wurden. Viele dieser Schulen mystifizierten ihre Kampfkunst mit Ritualen, Begrüssungen und Formen, die von der eigentlichen Trainingszeit abgingen. Scheinbar wurden ein Teil dieser ornamentalen Zeremonien auch dazu genommen, Lücken im Stoff oder System zu überdecken. Geheimtechniken wurden ersponnen, die erst dem fortgeschrittenen Schüler nach Beweis seiner Loyalität gezeigt werden sollten. Es wurde klassische Stellungen und mechanische Abläufe trainiert, die nichts oder kaum etwas mit tatsächlichem Kämpfen oder SV zu tun hatten.

Im JKD sollten die Übungen anders sein. Keine unrealistische Fussarbeit, keine mechanischen und damit "toten" Bewegungen, keine Drills mit andauernder Kooperation zwischen den Partnern; Spontanität und das Verändern des Kampfrhythmusses und des Bewegungsrhythmusses sind das Ziel. Nach dem Einstudieren und Üben der Techniken sollen diese nicht in choreographierten Bewegunsgabläufen, sondern im Sparring gegen einen sich immer mehr wehrenden Partner trainiert und damit mit "Leben erfüllt" werden.

 

 

Abfangen

 

Jeet im Namen Jeet Kune Do übersetzt sich mit "abfangen, stoppen, unterbrechen". Da Bruce Lee dieses Prinzip im Namen seiner Kampfkunst benutzte, ist es verständlich, dass dies das primäre Ziel im JKD-Training ist.

Abfangen bezieht sich hier auf das Stoppen oder Unterbrechen des gegnerischen Angriffs vor oder während seiner Angriffsaktion. Dabei ist nicht nur der physische Angriff gemeint, sondern das "Stoppen" muss derart gestaltet sein, dass die Angriffsmotivation des Gegners aufgehalten wird und der Gegner in die Defensive gedrückt wird.

Dies steht im Gegensatz zu Kampfkunstsystemen, in der der gegnerische Angriff erst geblockt und dann zurückgeschlagen wird. Die Aktion des "Stoppens" muss also viel früher, vor oder während der Entwicklung des gegnerischen Angriffs, stattfinden.

Hierzu werden im JKD 2 Hauptkategorien von Stop-Aktionen trainiert:

 

- der Stop-Tritt oder -Schlag

Diese Aktion ist distanzabhängig. Außerhalb der Schlag- oder Trittdistanz muss der Gegner mindestens einen Schritt machen, um das Ziel zu erreichen. Hierbei geht es darum, diesen Schritt mit aller Härte (meistens mit einem Stoptritt "Jeet Tek") abzufangen und so den Angriff zu unterbrechen. Ein notwendiges Distanzgefühl, erkennen des gegnerischen Angriffs, Mobilität und Schnelligkeit sind hier wichtige Attribute.

 

- der "Time-Thrust"

Dieser Stopschlag oder -Tritt wird auf der gleichen Linie wie der gegnerische Angriff ausgeführt, um a.) den gegnerischen Angriff abzulenken und b.) den gegner zu treffen. Dies geschieht meist dann, wenn der Gegner schon in der Kampfdistanz ist. Dise Technik setzt ein noch besseres Verständnis und Beherrschen der oben erwähnten Eigenschaften voraus. Der Gegner wird vom eigenen Angriff praktisch "überrannt".

 

Wichtig bei allen Aktionen ist es, im direkten Anschluss auf den Stopschlag die eigene Angriffaktion mit aller Härte weiterzuführen, um so aus dem Abfangen des Gegners den Kampf entweder durch den Sieg oder durch das schadenfreie Entfernen aus dem Kampf zu beenden.

 

 

Die 5 Angriffe

Durch das Studium von Super 8 Filmen, Büchern und anderer Kämpfe kam Bruce Lee zu der Theorie, dass alle Angriffe sich in 5 verschiedene Angriffsmöglichkeiten einordnen lassen. Daraus formulierte er

 

Jeet Kune Do's Five Ways of Attack

1. SDA (Single Direct Attack)

Ein direkter Angriff besteht aus einer Bewegung, einer Technik. Das Ziel ist es, die Trefferfläche auf dem direktesten Weg zu erreichen. Obwohl es der simpelste der Angriffe ist, ist er am schwierigsten erfolgreich abzuschliessen, da man hier verschiedenen Eigenschaften wie Timing, Geschwindigkeit, tiefes Eindringen in die Verteidigung des Gegners, Kraft usw. braucht. Der einfache direkte Angriff findet entweder auf der gegnerischen Angriffslinie oder der direkt entgegengesetzen Linie statt – er trifft den Gegner in seiner Vorbereitung oder in einem Moment der Unachtsamkeit.

 

Wen man einen SDA ausführt, schlägt man tief in die Verteidigung des Gegners bevor dieser kontern kann, ohne den Angriff oder den Weg des Angriffs zu verstecken oder zu verschleiern. Der Angriff findet mit der längsten Waffe zum nähsten Ziel statt. (your longest weapon to the closest target).

 

Ein weiterer SDA ist der Single Angular Attack (SAA), ein Angriff aus einem bestimmten Winkel. Hierbei wird der eigene Körper so in eine Position zum Gegner gebracht, dass beim Gegner eine Lücke in der Deckung entsteht. Der Angriff trifft den Gegner daher aus einem Winkel und nicht frontal.

 

2. ABC (Attack By Combination),

ABC ist eine Serie von Angriffen, die schnell aufeinander, natürlich und “lebendig”, folgen.

Dabei wird mehr als eine Stelle am Gegner angegriffen. ABC besteht meistens aus Set-ups, die eine Verteidigungslinie angreifen, um die andere zu öffnen, die dann aber der eigentliche Angriffspunkt ist. Hierbei muss die Kombination aggressiv genug sein um den Gegner in die Defensive zu zwingen.

 

3. HIA (Hand Immobilization Attack)

HIA sind alle Immobilisierungsangriffe. Hierbei wird versucht, die Extremitäten des Gegners festzulegen (Trapping) während man die Angriffslinie besetzt. HIA können einzeln oder in Kombinationen auftreten.

Dabei geschieht das Festlegen entweder zufällig oder intuitiv. Das Festlegen ist ebenfalls zeitlich limitiert und dient nur dem Zweck den Gegner zu treffen.

Festgelegt werden können u.a. die Arme, die Beine, der Kopf oder im Clinch der Körper des Gegners. Dieses Festlegen ist aber ein sekundäres Mittel, um das primäre Ziel, das Schlagen des Gegners, zu erreichen.

 

4. PIA (Progressive Indirect Attack)

PIA ist das Benutzen einer Finte, ohne eines direkten Schlages, der eigentlich nicht treffen sondern die Deckung öffnen soll. Der eigentlich Schlag folgt daraufhin sofort und ohne Zurückziehen der ersten Finte. PIA wird meistens bei Gegnern angewendet, die eine sehr gute Deckungsarbeit haben und schnell reagieren. Wichtig ist dabei, dass bei PIA die Bewegungen offensiv nach vorne ausgeführt werden – ohne Unterbrechungen oder Zurückziehen. PIA besteht aus einer Bewegungssequenz.

 

5. ABD (Attack By Drawing)

ABD ist das Locken des gegnerischen Angriffes um diesen dann zu kontern. Hierbei muss nicht nur der spezielle Angriff auf einer speziellen “offenen” Linie provoziert werden, sondern ein erfolgreicher Konter muss schon geplant sein. Die wahre Absicht, das Kontern, muss hierbei gut versteckt sein. ABD ist die am schwersten umzusetzene Art des Angriffes.